Kurzkonzeption

Übergeordnet für alle Kindertageseinrichtungen im Saarland gilt die Umsetzung des Saarländischen Bildungsprogramms sowie die Wahrung der Kinderrechte laut EU-Kinderrechtskonvention. Darüber hinaus ist bei uns das Qualitätsmanagementsystem für Evangelische Kindertageseinrichtungen implementiert, das den Standard aller relevanten pädagogischen Prozesse garantiert. Als Evangelische Kindertagesstätte orientieren wir uns an der Wertevermittlung nach Vorbild des christlichen Menschenbildes und erfüllen diesen Auftrag mit Überzeugung.

Bei uns ist jeder willkommen. Wir schätzen jedes Kind in seiner Einzigartigkeit. Unser Ziel ist es, das Kind in seinem Sein zu erkennen und zu verstehen, seine Individualität zu wahren, mit ihm seine Fähigkeiten, Bedürfnisse und Talente zu entdecken, es zu stärken und zu fördern und ihm die Möglichkeit zur Teilhabe und Zugehörigkeit in der Gemeinschaft zu geben.

Die Eingewöhnungszeit der Kinder gestalten wir individuell in Absprachen mit den Eltern, um dem Kind Zeit zur Vertrauensbildung und dem Kennenlernen der Einrichtung und der Kinder zu geben.

Wesentlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist die fortlaufende Beobachtung des Kindes in seinem Tun und seiner Entwicklung. Daraus gewonnene Kenntnisse bilden die Grundlage für die Förderung des Kindes sowie den Austausch mit den Eltern als Erziehungspartner. Entwicklungsgespräche finden einmal im Jahr, um den Geburtstag des Kindes, statt. Ein erstes Gespräch gibt es etwa vier bis sechs Wochen nach der Eingewöhnung.

In der Krippe führen wir zwei Elterngespräche pro Jahr, weil in diesem Alter wesentliche Entwicklungsschritte in kürzeren Zeitabschnitten erfolgen. Eine gelungene Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindergarten liegt uns sehr am Herzen; dies wollen wir durch Vertrauen, Ansprechbarkeit und Kompetenz erreichen.

Sollte ein Kind weitere Unterstützung bei Besonderheiten, Krankheiten, Entwicklungsverzögerungen oder ähnlichem benötigen, beraten wir uns mit den Eltern und arbeiten gegebenenfalls eng mit Therapeuten und anderen Institutionen zusammen.

Wir ermutigen die Kinder dazu, sich selbst Gedanken zu machen, eigene Lösungen zu finden und ihre Meinung anderen mitzuteilen. Wir fördern aktives Zuhören und das bewusste Wahrnehmen des Anderen. Durch vielfältige Alltagssituationen, aber auch gemeinsame Treffen in der jeweiligen Kindergartengruppe, des gesamten Kindergartens oder in Interessensgruppen befähigen wir die Kinder zur Mitgestaltung unseres Kindergartenalltags und der demokratischen Teilhabe in allen Bereichen unseres Miteinanders. Sie lernen ihre eigenen Wünsche zu erkennen und zu formulieren, aber auch, die Wünsche und Grenzen der anderen wahrzunehmen und in der Gemeinschaft Lösungen zu finden.

Selbständigkeit fördern wir, indem wir Kinder vielfältige Erfahrungen machen lassen. Wir geben die Lösungen nicht vor, sondern ermutigen sie, eigene Wege zu finden und so nach und nach ihre eigenen Problemlösungsstrategien zu entwickeln. Wir schenken den Kindern Vertrauen und Ermutigung, aufrechtes Interesse, setzen Impulse, fördern entwicklungsbedingte Eigenverantwortlichkeit und gestalten Räume und Prozesse so, dass Kindern ein selbständiges Handeln möglich ist.

Partizipation ist in den Kinderrechten verankert (UN Kinderechtskonvention, Art.12; SGBVIII/KJHG&8) und bedeutet, dass wir den Kindern Gelegenheit geben und sie dazu ermutigen, ihre Meinungen, Kritik, Ideen, Wünsche und Anregungen zu äußern. Wichtig ist uns hierbei, den Kindern eine durch offene, ihnen zugewandte Haltung zu vermitteln, dass sie in all ihren Belangen gehört und ernst genommen werden. In gemeinsamen Abstimmungsrunden erleben sie darüber hinaus, dass jede Stimme zählt und eine getroffene Mehrheitsentscheidung verbindlich ist. Themen waren und sind

u. a. die Gestaltung von Festen, Feiern und Ausflügen, die interessensabhängige Nutzung und Gestaltung von Räumen, Anschaffung von Material, Umgang mit Konflikten etc.
Wir befähigen die Kinder, mehr und mehr Verantwortung für Kommunikationsführung, -leitung und

-inhalte zu übernehmen.

Unsere Aktivitäten und Projekte werden durch den jahreszeitlichen Ablauf, christliche Feste und Ideen der Kinder und/oder Beobachtungen der Kinder bestimmt.

Wir arbeiten in Stammgruppen mit der Möglichkeit für Kinder, in anderen Gruppen zu spielen. Gelegenheiten der Begegnung gibt es auf dem Außengelände, im Frühstücksraum und weiteren Gemeinschaftsräumen der Kita, sowie bei gruppenübergreifenden Projekten und Treffen.

Im letzten Kindergartenjahr kooperieren wir mit der Grundschule. Dazu gibt es feste wöchentliche Treffen der kommenden Schulkinder mit unterschiedlichen pädagogischen Fachkräften unserer Kita sowie einer Lehrkraft. Entwicklungsziele in dieser Zeit sind insbesondere die Stärkung der emotionalen und sozialen Kompetenz, seinen Beitrag zu einer gelingenden Lerngemeinschaft leisten zu können, sich an fremde Bezugspersonen zu gewöhnen, Anweisungen umsetzen zu können, Konzentrationsausdauer, Leistungsbereitschaft und Motivation.

Wir selbst verstehen uns als lernende Gemeinschaft, die die Belange der Kita immer wieder hinterfragt, in den fachlichen Diskurs geht, von und mit den Kindern lernt und bereit ist, mit ihnen neue Wege zu bestreiten, um den Begebenheiten der Zeit bestmöglich Rechnung zu tragen.